Darum sind Terrassentüren bei Einbrechern so beliebt
Aktuelle Studien zeigen, dass sich rund 40 % aller Einbruchsversuche gegen schlecht gesicherte Terrassen- oder Fenstertüren richten. Im Gegensatz zu Balkontüren sind Terrassentüren meist ebenerdig erreichbar und damit besonders attraktiv für Täter. Vor allem schlecht einsehbare Hausseiten gelten als Risikobereich: Fast 90 % der Einbrüche über Fenstertüren erfolgen an der rückwärtigen Hausseite, wo Einbrecher meist ungestört agieren können.
Erschwerend kommt hinzu, dass Terrassentüren im Vergleich zu Haustüren oft einen deutlich geringeren Einbruchschutz aufweisen. Während Haustüren durch das Abschließen aktiv verriegelt werden, fehlt diese zusätzliche Sicherung bei vielen Terrassentüren. Modelle ohne ergänzende Schutzmaßnahmen lassen sich daher mit einfachen Werkzeugen – oft genügt bereits ein Schraubenzieher – in durchschnittlich nur 10 bis 15 Sekunden aufhebeln.
Die gute Nachricht: Rund 40 % aller Einbruchsversuche scheitern bereits an mechanischen Sicherungen. Eine gezielte Investition in den Einbruchschutz der Terrassentür lohnt sich also langfristig.
Gut zu wissen: Widerstandsklassen von Terrassentüren
Terrassentüren werden nach den europäischen Widerstandsklassen RC (Resistance Class) 1 bis RC 6 (nach DIN EN 1627) eingeteilt, wobei höhere Zahlen besseren Einbruchschutz bedeuten. Maßgeblich ist, wie lange die Türen Einbruchsversuchen mit bestimmten Werkzeugen standhalten.
Für private Wohnbereiche sind RC 2 (Schutz gegen Gelegenheitstäter mit einfachem Werkzeug wie Schraubendreher für mindestens 3 Minuten) und RC 3 (Schutz gegen Brecheisen und Bohrversuche für mindestens 5 Minuten) empfehlenswert. RC 4 bis RC 6 sind aufgrund des hohen Schutzniveaus eher für gewerbliche Objekte mit besonderen Sicherheitsanforderungen gedacht.
Terrassentüren mit einer ausgewiesenen RC-Schutzklasse werden einer praxisgerechten Einbruchprüfung unterzogen. So ist sichergestellt, dass es in der Gesamtkonstruktion (Rahmen, Beschlag, Verglasung) keinen Schwachpunkt gibt und alle Komponenten optimal aufeinander abgestimmt sind.
Profitipp
Achte bei der Nachrüstung darauf, dass sowohl Pilzkopfverriegelungen als auch Aufschraubsicherungen der DIN 18104 entsprechen. Ein fachgerechter Einbau durch eine qualifizierte Fachfirma ist dabei besonders wichtig, denn nur so ist sichergestellt, dass die Sicherung ihre volle Schutzwirkung entfaltet. Zudem verlangen viele Versicherungen bei einem Schadensfall den Nachweis normgerechter Produkte und einer fachgerechten Montage.
Profitipp
Den wirksamsten Einbruchschutz erzielst du durch die Kombination aus mechanischen Sicherungen und elektronischen Komponenten, etwa Sicherheitsbeschlägen in Verbindung mit einer Alarmanlage. Auf diese Weise erhöhst du nicht nur den mechanischen Widerstand, sondern auch das Entdeckungsrisiko für den Täter spürbar.
Praxistipps – Mehr Sicherheit rund um die Terrassentür
Neben der technischen Ausstattung ist das richtige Verhalten ein entscheidender Faktor für die Sicherheit rund um deine Terrassentür.
✔ Jedes Mal abschließen: Verlässt du das Haus, schließe die Terrassentür konsequent ab – auch wenn du nur kurz den Müll rausbringst. Lasse den Schlüssel bei abschließbaren Griffen oder Zusatzschlössern niemals stecken.
✔ Kippstellung vermeiden: Lasse die Terrassentür nicht dauerhaft gekippt, insbesondere bei Abwesenheit oder nachts. Eine gekippte Tür gilt versicherungstechnisch meist als offenstehend und bietet Einbrechern einen deutlich leichteren Einstieg.
✔ Beleuchtung nutzen: Bewegungsmelder mit Außenbeleuchtung im Bereich der Terrassentür erhöhen die soziale Kontrolle und schrecken potenzielle Täter ab. Plötzliches Licht zieht Aufmerksamkeit auf sich und erhöht das Entdeckungsrisiko deutlich.
✔ Werkzeug wegräumen: Lasse keine Gartengeräte oder Werkzeuge in der Nähe der Terrassentür liegen. Räume diese in einen verschlossenen Schuppen oder in die Garage.
✔ Aufmerksame Nachbarschaft: Informiere vertrauenswürdige Nachbarn, wenn du verreist. Bitte sie darum, den Briefkasten zu leeren, die Rollläden zu bestimmten Zeiten zu bewegen und ein Auge auf das Haus zu haben.