Braucht eine Haustür eine Schwelle?

Warum die Haustürschwelle unverzichtbar ist – und worauf du achten solltest

Die Schwelle der Haustür ist ein oft unterschätztes, aber zentrales Bauteil im Eingangsbereich. Sie beeinflusst nicht nur die Dichtigkeit und Wärmedämmung, sondern auch den Schallschutz, die Langlebigkeit und die Barrierefreiheit der Tür. Gerade bei Neubauten und energetischen Sanierungen stellt sich häufig die Frage, ob und in welcher Form eine Schwelle überhaupt noch notwendig ist. Dieser Ratgeber zeigt dir, welche Aufgaben eine Haustürschwelle übernimmt, welche Varianten es gibt und worauf du beim Thema Haustürschwelle achten solltest.

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Warum braucht eine Haustür eine Schwelle?

Eine Haustür benötigt grundsätzlich eine Schwelle, da sie den unteren Abschluss der Türanlage bildet und damit entscheidende Schutzfunktionen übernimmt. Das sind vor allem:

  • Abdichtung gegen Witterungseinflüsse: Die Schwelle dient als unterer Anschlag für das Türblatt und schützt so effektiv vor eindringendem Regenwasser, Schnee und Zugluft.
  • Wärmedämmung und Energieeffizienz: Sie hilft, Wärmebrücken zu vermeiden und den Wärmeverlust zu reduzieren, indem sie eine thermische Trennung zwischen den unterschiedlichen Bodenmaterialien (innen und außen) schafft.
  • Schallschutz: Die Schwelle trägt zur Schalldämmung bei, indem sie den Spalt unter der Tür abdichtet und so die Übertragung von Außengeräuschen in das Hausinnere minimiert.
  • Barriere gegen Schmutz und tierische Eindringlinge: Die Haustürschwelle verhindert das Eindringen von Schmutz und Kleintieren in die Wohnräume.
  • Stabilität und Abdeckung: Die Schwelle deckt Stoßfugen und den Übergang zwischen verschiedenen Bodenbelägen im Innen- und Außenbereich ab, was für eine saubere Optik und Stabilität sorgt.

Aufbau und Bestandteile einer Haustürschwelle

Moderne Haustürschwellen sind technisch komplexer, als es auf den ersten Blick erscheint und bestehen aus mehreren funktionalen Komponenten, die perfekt aufeinander abgestimmt sind.

Schwellenprofil (Basisprofil): Das Kernstück bildet ein Profil, das meist aus Aluminium, Kunststoff oder einer Kombination dieser Materialien gefertigt ist. Dieses Profil kann je nach Bauart als Altbauschwelle (auf dem Boden aufliegend) oder Neubaubschwelle (in den Boden eingelassen) ausgeführt sein.

Thermische Trennung: Moderne Schwellen verfügen über eine thermische Trennung, oft durch einen Isolator (z.B. aus EPDM oder speziellem Kunststoff) im Inneren des Profils, der Wärmebrücken minimiert.

Dichtungen: In das Schwellenprofil sind mehrere Dichtungsebenen integriert, gegen die das Türblatt beim Schließen drückt. Diese sorgen für Wind-, Schall- und Schlagregendichtheit.

Entwässerung: An der Außenseite ist oft ein kleiner "Wetterschenkel" oder eine Tropfkante vorhanden, die Regenwasser gezielt ableitet, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern.

Befestigung und Abdichtung: Die Schwelle selbst wird auf dem Rohfußboden befestigt. Unter der Schwelle und an den Seiten muss eine fachgerechte Abdichtung (z. B. Dichtungsbahnen, Flüssigkunststoff) erfolgen, um ein Hinterlaufen der Abdichtung durch Wasser oder aufsteigende Feuchtigkeit zu verhindern.

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Welche Arten von Haustürschwellen gibt es?

Variante 1 - Standardschwelle

Die klassische Haustürschwelle weist eine sichtbare Erhöhung von meist mehreren Zentimetern auf. Dadurch bietet sie sehr gute Abdichtungs- und Schutzeigenschaften gegenüber Regen und Schmutz. Besonders im Außenbereich ohne Vordach ist sie eine bewährte Lösung. Sie kann jedoch zur Stolperfalle werden und gilt als Barriere, insbesondere für Rollstuhlfahrende, Gehbehinderte oder Personen mit Kinderwagen.

Variante 2 - Flache Schwelle

Diese Schwellen sind bewusst niedrig gehalten, um den Komfort zu erhöhen und Barrieren zu reduzieren. Ausführungen bis zu einer Höhe von maximal 2 cm gelten als barrierearm und minimieren das Stolperrisiko im Vergleich zu Standardschwellen erheblich.

Variante 3 - Nullschwelle

Dies ist die modernste und komfortabelste Lösung, bei der die Schwelle im Idealfall eine Höhe von 0 cm aufweist und somit einen absolut niveaugleichen Übergang ermöglicht. Eine Nullschwelle gilt damit als vollständig barrierefrei und ist besonders für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Rollstuhlfahrende und ältere Menschen geeignet. Um trotz der fehlenden Höhe eine ausreichende Abdichtung gegen Schlagregen und Zugluft zu gewährleisten, kommen spezielle Technologien wie absenkbare Bodendichtungen oder spezielle Dränagesysteme zum Einsatz.

Barrierefreiheit von Haustürschwellen

Grundsätzlich gilt: Haustürschwellen dürfen, sofern nichts anderes vertraglich vereinbart, maximal 2,5 cm über dem angrenzenden Niveau liegen.

Für barrierefreies Bauen sieht die DIN 18040 jedoch strengere Anforderungen vor: Demnach dürfen Türschwellen eine Höhe von maximal 2 cm nicht überschreiten, um als barrierearm zu gelten. Idealerweise ist der Übergang jedoch niveaugleich (0 mm) und damit vollständig barrierefrei ausgeführt. Diese Vorgaben sind besonders relevant für öffentlich zugängliche Gebäude, gewinnen aber auch im privaten Wohnungsbau zunehmend an Bedeutung, um zukunftssichere und komfortable Wohnbedingungen zu schaffen.

Profitipps – Darauf solltest du bei der Haustürschwelle achten

 

Mit der richtigen Pflege und Wartung bleibt deine Haustürschwelle über viele Jahre funktionsfähig. Kleine Maßnahmen können große Probleme wie Undichtigkeiten oder Wärmeverluste verhindern.

✔ Reinigung & Pflege: Reinige die Schwelle regelmäßig (mindestens zweimal pro Jahr, bei Aluminium häufiger) mit mildem Seifenwasser und einem weichen Tuch oder Schwamm. Eine trockene Reinigung solltest du vermeiden, um Kratzer zu verhindern. Pflege die Dichtungen mit einem Fettstift oder Vaseline, um sie geschmeidig zu halten.
✔ Spalten abdichten: Kleine Risse oder Fugen kannst du mit geeigneter Dichtmasse (Silikon oder Acryl) abdichten. Trage die Dichtmasse mit einer Kartuschenpistole auf und glätte sie. Achte auf saubere Haftflächen und gleichmäßige Übergänge.
✔ Dichtungsbänder nutzen: Undichtigkeiten zwischen Türblatt und Schwelle lassen sich mit Dichtungsbändern aus Gummi, Schaumstoff oder Bürstendichtungen beheben.
✔ Entwässerung freihalten: Kontrolliere regelmäßig, ob Tropfkanten und Entwässerungsrinnen frei von Laub und Schmutz sind, damit Regenwasser ungehindert ablaufen kann.
✔ Fachgerechte Montage: Besonders bei flachen und nullschwelligen Lösungen ist eine fachgerechte Abdichtung entscheidend, denn Fehler führen schnell zu Feuchteschäden im Bodenaufbau.

 

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