Wie kann man aus einem Fenster eine Haustür machen?

Zwei Schritt-für-Schritt-Anleitungen vom Fenster zur Haustür

Ein Fenster in eine vollwertige Haustür umzuwandeln zählt zu den anspruchsvolleren Modernisierungsprojekten. Der Eingriff verändert die Statik der Fassade, erweitert den Zugang zum Gebäude und bringt viele technische Fragen mit sich. Damit du klar erkennst, was möglich ist, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, welche Arbeitsschritte notwendig sind und wie du die spätere Funktion deiner neuen Tür sicherstellst, findest du hier einen umfassenden Ratgeber mit allen wichtigen Informationen, praxisnahen Tipps sowie einer detaillierten Anleitung.

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Voraussetzungen und Grundlagen für den Umbau

Bevor du den ersten Handgriff machst, solltest du die bauliche Ausgangssituation genau prüfen. Ein Fenster ist in der Regel deutlich kleiner als eine Haustür, daher verändert der Durchbruch das Kräfteverhältnis innerhalb der Wand. Tragende Bereiche dürfen nicht geschwächt werden, da dies die Stabilität des gesamten Bauwerks beeinflusst. Auch die Mindestbreite und Höhe der geplanten Türöffnung müssen vorab festgelegt werden. Moderne Haustüren benötigen ausreichend Raum für Zarge, Dichtungsebenen und Dämmmaterial.

Neben der statischen Prüfung spielt das Thema Energieeffizienz eine zentrale Rolle. Ein Fenster besitzt andere Dämmeigenschaften als eine Haustür, daher ist die spätere Montage entscheidend für ein dauerhaft dichtes Ergebnis. Plane von Beginn an ein, die neue Laibung fachgerecht zu dämmen. Auch die spätere Abdichtung im Sockelbereich verlangt besondere Aufmerksamkeit, da Haustüren direkt mit dem Außenbereich abschließen.

Schritt für Schritt: Genehmigungen und rechtliche Vorgaben, um aus einem Fenster eine Haustür zu machen

Damit der Umbau rechtlich sicher abläuft, folgst du am besten einer strukturierten Vorgehensweise. Die folgenden Schritte zeigen dir genau, wie du alle Genehmigungen einholst und welche Punkte du dabei berücksichtigen musst.

Schritt 1 - Zuständiges Bauamt kontaktieren

Sobald feststeht, dass aus dem vorhandenen Fenster eine Haustür entstehen soll, rufst du beim örtlichen Bauamt an oder nutzt das entsprechende Onlineportal. Dort erfährst du, ob für dein Vorhaben eine Bauanzeige genügt oder eine vollständige Baugenehmigung erforderlich ist. Das hängt von lokalen Vorschriften ab, zum Beispiel vom Bebauungsplan, von der Art deines Gebäudes oder ob deine Kommune besondere Gestaltungssatzungen hat. Dieser erste Kontakt klärt häufige Fragen bereits im Voraus und gibt dir eine klare Richtung für den weiteren Ablauf.

Beachte: Auch wenn dein Umbau als „verfahrensfrei“ eingestuft wird, musst du die Anforderungen an Sicherheit, Brandschutz, Mindestmaße und Nachbarschaft einhalten.

Schritt 2 - Anforderungen und Unterlagen prüfen

Das Bauamt nennt dir die Unterlagen, die du einreichen musst. Dazu gehören meist ein Grundriss, eine Ansicht der Fassade, die geplanten Maße der neuen Türöffnung sowie eine kurze Baubeschreibung. Sobald du diese Dokumente zusammengestellt hast, prüfst du sie sorgfältig. Auch der Nachweis einer fachgerechten Ausführung kann notwendig sein, wenn tragende Wandbereiche betroffen sind.

Schritt 3 - Statische Einschätzung einholen

Falls deine Wand tragend ist oder die Öffnung deutlich vergrößert wird, gehört ein statisches Gutachten zur Pflicht. Ein Statiker bewertet den Wandaufbau und legt fest, welche Verstärkungen nötig sind. Dieser Schritt dient nicht nur der Genehmigung, sondern schützt auch die Stabilität deines Hauses. Das Gutachten reichst du gemeinsam mit den Unterlagen beim Bauamt ein.

Schritt 4 - Brandschutz und Sicherheit berücksichtigen

Während der Prüfung beurteilt die Behörde, wie sich die neue Tür auf Brandschutz, Rettungswege und Sicherheit auswirkt. Du erleichterst diesen Prozess, indem du bereits im Vorfeld ein Haustürmodell auswählst, das technische Standards wie geprüfte Sicherheitsklassen und Mehrfachverriegelungen erfüllt. Dadurch sparst du Zeit und vermeidest Rückfragen.

Schritt 5 - Besonderheiten bei Denkmalschutz prüfen

Sollte dein Gebäude unter Denkmalschutz stehen, erfolgt ein zusätzlicher Abstimmungsprozess. Die Denkmalschutzbehörde gibt vor, wie die neue Tür gestaltet werden darf und welche Materialien zugelassen sind. Plane für diesen Schritt etwas mehr Zeit ein, da mehrere Abstimmungen erforderlich sein können.

Schritt 6 - Genehmigung abwarten

Sobald alle Unterlagen eingereicht wurden, beginnt die Prüfphase. Je nach Region dauert dieser Prozess einige Wochen. Erst wenn die Genehmigung schriftlich vorliegt, darf mit dem Durchbruch begonnen werden. Bewahre das Dokument während der Bauphase griffbereit auf, damit du es bei einer Kontrolle sofort vorzeigen kannst.

Schritt 7 - Umbau im Anschluss melden

Manche Gemeinden verlangen nach Abschluss der Arbeiten eine kurze Meldung, dass der Umbau wie geplant durchgeführt wurde. In diesem Fall sendest du eine Bestätigung oder ein Foto der fertigen Öffnung an das Bauamt. Danach gilt der Vorgang als abgeschlossen.

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Planung der neuen Türöffnung

Für eine Haustür benötigst du mehr Platz als für ein herkömmliches Fenster. Erstelle daher vorab eine genaue Planung der neuen Öffnungsmaße. Dazu gehört die Berechnung der lichten Durchgangsbreite, die Position der Türzarge sowie der Abstand zur angrenzenden Wand. Je nach Haustürmodell solltest du zusätzlich beachten, wie weit sich der Flügel beim Öffnen nach innen bewegt. Gerade in kleineren Dielen sorgt eine kluge Planung dafür, dass du später genügend Bewegungsfreiheit hast.

Ein weiteres wichtiges Thema ist der zukünftige Schwellenbereich. Fenster besitzen meist eine innere Brüstung, die entfernt werden muss. Haustüren hingegen benötigen einen sicheren und wärmebrückenfreien Anschluss an den Boden. Die Auswahl eines barrierearmen oder bodentiefen Systems ist hier besonders relevant, weil es die Nutzbarkeit der Tür entscheidend beeinflusst.

Schritt für Schritt: Wie kann man aus einem Fenster eine Haustür machen?

Schritt 1 - Ausbau des bestehenden Fensters

Beginne mit dem Entfernen des kompletten Fensters inklusive Rahmen. Löse alle Befestigungspunkte sauber heraus. Achte darauf, den Maueranschluss nicht zu stark zu beschädigen, damit der spätere Türrahmen eine stabile Basis erhält. Nach dem Entfernen solltest du die Laibung gründlich reinigen und lose Bestandteile entfernen.

Schritt 2 - Vergrößerung der Öffnung

Der Durchbruch der unteren Brüstung zählt zu den anspruchsvollsten Arbeitsschritten. Arbeite sorgfältig und kontrolliert, damit die tragenden Bereiche der Wand nicht belastet werden. Nach dem Abtrag der Brüstung entsteht die zukünftige Türhöhe. Die seitlichen Bereiche werden lediglich so weit erweitert, wie es die Maße der neuen Tür erfordern. Anschließend muss die Öffnung exakt in Waage gebracht werden, damit die spätere Tür perfekt ausgerichtet werden kann.

Schritt 3 - Statische Verstärkung

Damit die Wand nach der Vergrößerung weiterhin stabil bleibt, muss der Bereich rund um die neue Öffnung verstärkt werden. Das geschieht je nach Bauweise durch Stahlwinkel, zusätzliche Stürze oder Verstärkungsrahmen. Dieser Abschnitt sollte von einer Fachkraft begleitet werden, da die Maßnahme entscheidend für die Tragfähigkeit der gesamten Wand ist.

Schritt 4 - Vorbereitung der Laibung

Nach der Verstärkung folgt die Ausarbeitung der Laibung. Alle Kontaktflächen für die neue Haustür müssen gleichmäßig, tragfähig und frei von Hohlräumen sein. Plane ausreichend Tiefe für Dämmung und Abdichtung ein. Im unteren Bereich wird die zukünftige Schwelle vorbereitet. Sie bildet die Basis für eine dauerhaft dichte Tür, auch bei Schlagregen oder Schnee.

Schritt 5 - Einsetzen der neuen Türzarge

Die Zarge wird in die vorbereitete Öffnung gestellt und zunächst nur fixiert. Richte sie millimetergenau aus, sowohl in der Senkrechten als auch in der Waagerechten. Jede Abweichung führt später zu Problemen beim Öffnen und Schließen des Türflügels. Nachdem die Ausrichtung steht, werden die Befestigungspunkte gesetzt. Erst danach wird der Zwischenraum rund um die Zarge gedämmt und fachgerecht abgedichtet.

Schritt 6 - Montage des Türflügels

Setze den Türflügel in die Zarge ein und prüfe die Beweglichkeit. Die Tür sollte ohne Widerstand schließen und gleichmäßig auf die Dichtung drücken. Justiere Bandseiteneinstellungen und Drückergarnitur, bis alle Funktionen präzise laufen. Erst wenn das Schließverhalten perfekt ist, erfolgt die endgültige Fixierung aller Bauteile.

Schritt 7 - Abdichtung und äußerer Abschluss

Damit die neue Haustür langfristig vor Feuchtigkeit geschützt ist, muss die äußere Abdichtung sorgfältig ausgeführt werden. Speziell im unteren Bereich sorgt eine mehrstufige Abdichtung für hohen Schutz. Die äußere Fensterbank oder der später installierte Wetterschenkel müssen so gestaltet sein, dass Regenwasser zuverlässig vom Gebäude weggeleitet wird.

Schritt 6 - Innenverkleidung und Feinschliff

Im letzten Schritt wird der Innenbereich hergestellt. Dazu gehören Putzarbeiten, die Verkleidung der Laibung und die Anpassung des Bodenbelags an die neue Schwelle. Erst nach diesen Arbeiten entsteht ein optisch sauberer Übergang zwischen Wohnraum und Eingang.

Praxistipps - Wie kann man aus einem Fenster eine Haustür machen?

 

✔ Eine sorgfältige Vorbereitung spart dir während des Umbaus viel Zeit. Plane daher die Lieferung der neuen Haustür so, dass sie möglichst direkt nach dem Durchbruch eingesetzt werden kann. Dadurch vermeidest du unnötige Feuchtigkeit in der Öffnung.
✔ Achte darauf, die Baustelle sauber zu halten. Gerade bei der Entfernung der Brüstung fallen große Mengen Bauschutt an, die du schnell entfernen solltest, um Stolperstellen zu vermeiden.
✔ Für die spätere Funktion ist es hilfreich, bereits bei der Planung die gewünschte Ausstattung zu wählen. Dazu gehören moderne Schließsysteme, verstärkte Sicherheitsbänder oder Wärmeschutzgläser.

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